Klostermann, ClaudiaClaudiaKlostermannHayoz, Christelle VanessaChristelle VanessaHayozSchlesinger, TorstenTorstenSchlesingerNagel, SiegfriedSiegfriedNagel2024-10-302024-10-302016-09-22https://boris-portal.unibe.ch/handle/20.500.12422/188240Einleitung Trotz vielfältiger Bemühungen der Sport- und Bewegungsförderung bestehen nach wie vor soziale Ungleichheiten in der Sportbeteiligung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der Schweiz unterscheiden sich darüber hinaus die Sportpartizipationsquoten in den jeweiligen Sprachräumen (Lamprecht, Fischer & Stamm, 2014). Zur Analyse dieses Phänomens sind neben individuellen Merkmalen auch sportbezogene Strukturbedingungen (z.B. kommunale Sport- und Bewegungsinfrastruktur, das lokale Sportangebot sowie die kommunale Sportförderung) zu betrachten. Auf Basis des akteurtheoretischen Zugangs (Schimank, 2010) werden sportbezogene Kontextbedingungen als Gelegenheitsstrukturen betrachtet («Logik der Situation»), die Anreize schaffen und zu Parametern individuellen sportiven Handelns werden können («Logik der Selektion»). Die sportbezogenen Strukturbedingungen werden als Erwartungsstrukturen in einem Mehrebenenmodell konzeptualisiert. Methode In 36 Schweizer Kommunen (kriteriengeleitete Auswahl) wurden 15- bis 30-jährige Einwohner/innen (N = 4039, Alter: M = 21.48 Jahre, SD = 4.64) mittels einer Online- Befragung detailliert zu ihrem Sportengagement befragt. Informationen zur kommunalen Sport- und Bewegungsinfrastruktur, zu den Sportangeboten sowie zur kommunalen Sportförderung wurden durch Befragung von lokalen Sportanbietern sowie von Vertretern der Gemeindeverwaltung erfasst. Resultate und Ausblick Die Sportbeteiligungsquote der 15- bis 30-Jährigen aus französischsprachigen Kommunen (76.1 % Sportaktive) ist im Vergleich zu den deutschsprachigen Befragten (83.6 % Sportaktive) signifikant geringer (Chi2 (1, N = 3 426) = 27.58, p < .05). Jedoch unterscheiden sich die Anzahl der Sportanlagen und -angebote pro 1000 Einwohner nur geringfügig zwischen den deutsch- und französischsprachigen Gemeinden. Dennoch sind die französischsprachigen Befragten unzufriedener mit den kommunalen sportbezogenen Strukturbedingungen (F (1, 3059) = 45.43, p < .01). Diese ausgewählten Resultate weisen im Sin- ne der „Logik der Situation“ auf die Bedeutung der subjektiven Wahrnehmung der kommunalen Gelegenheitsstrukturen hin. In Mehrebenenanalysen wird weiter untersucht werden, inwieweit diese strukturellen Faktoren mit dem Sportverhalten der 15- bis 30- Jährigen zusammenhängen. Im Vortrag werden darüber hinaus die Vor- und Nachteile der Methodentriangulation sowie des statistischen Verfahrens der Mehrebenenanalyse diskutiert. Literatur Lamprecht, M., Fischer, A., & Stamm, H. (2014). Sport Schweiz 2014. Bundesamt für Sport BASPO. Schimank, U. (2010). Handeln und Strukturen. Einführung in die akteurtheoretische Soziologie. Weinheim: Juventa.de700 - Arts::790 - Sports, games & entertainmentZur Bedeutung struktureller Bedingungen im kommunalen Kontext für das Sport- und Bewegungsverhalten junger Erwachsenerconference_item10.7892/boris.89016