Göttliche Mutter der unsterblichen Glückseligkeit
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BORIS DOI
Subtitle
eine netzwerkanalytische Studie zu Charismatisierungsprozessen um Mātā Amṛtānandamayī Devī
Abstract
Diese Studie befasst sich mit dem Zusammenhang von Charismatisierung und
Netzwerkprozessen um Mātā Amṛtānandamayī Devī, meist Amma (auf Malayālam „Mutter”)
genannt. Der Begriff Charisma, welcher als bündelndes Konzept in die Netzwerkanalyse integriert
wird, bleibt im relationalen Sinne konsequent in der Beziehung verankert: In der Zuschreibung von
ausserordentlichen Qualitäten wird das Subjekt oder Objekt der Zuschreibung charismatisiert.
Amma und ihre Devotees werden als soziales Netzwerk konzeptualisiert, wobei der Fokus
auf die Situation in der Schweiz und Schweizer Devotees in Amritapuri (indisches Zentrum)
gerichtet wird. Zahlreiche online Primärquellen und Bücher von Senior Devotees (inkl.
Hagiografie), Feldforschungstagebücher (teilnehmende Beobachtung) und über 20
Leitfadeninterviews mit Schweizer Devotees in Amritapuri und der Schweiz bilden die
Datengrundlage und werden hinsichtlich ihrer netzwerkanalytischen Bausteine durchkämmt:
Amma und die Devotees als Knoten, die Beziehung zwischen Amma und Devotees oder Devotees
untereinander als Kanten und schliesslich Triaden unter Einbezug Ammas als Vermittlerin und im
Hinblick auf die Position bestehender Devotees als Gatekeeper.
Ammas Darshan in Form der Umarmung - für viele Devotees bewegende und inspirierende
Begegnungen - ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Die Studie zeichnet nach wie sich Ammas
Netzwerk durch die Vermittlung von Devotees an potentiell interessierte Menschen global und in
der Schweiz ausgebreitet hat. Die Transformation der gebürtigen Sudhamani Idhamannel aus
Kerala zum globalen Guru mit dem Titel Mātā Amṛtānandamayī Devī („Göttliche Mutter der
unsterblichen Glückseligkeit”) wird durch die Analyse der Charismatisierungen in den offiziellen
Veröffentlichungen von Ammas spiritueller Organisation dargestellt.
In unterschiedlichen Rollen (als göttliche Mutter, Guru, Wohltäterin, innere Amma) agiert
Amma mit ihren Gegenübern (als Kinder, SchülerInnen, Begünstigte, Devotees). Diese
Beziehungen werden in der Studie mithilfe des Datenmaterials herausgearbeitet. Die Nähe zur
„Mutter” ist sowohl Ziel innerer Ausrichtung als auch physischer Kontaktchancen. An Amma-
Events mit tausenden TeilnehmerInnen, und bei kleineren, spontanen Begegnungen mit und um
Amma, wird Ammas postulierte Aussergewöhnlichkeit durch OrganisatorInnen strukturiert und
durch die Anwesenden abgebildet und auf diese Weise erfahrbar. Die fortwährende
Charismatisierung von Amma als normative Praxis unter Devotees, ist Eckpfeiler des daraus
generierten Charisma-Netzwerks um Amma.
Netzwerkprozessen um Mātā Amṛtānandamayī Devī, meist Amma (auf Malayālam „Mutter”)
genannt. Der Begriff Charisma, welcher als bündelndes Konzept in die Netzwerkanalyse integriert
wird, bleibt im relationalen Sinne konsequent in der Beziehung verankert: In der Zuschreibung von
ausserordentlichen Qualitäten wird das Subjekt oder Objekt der Zuschreibung charismatisiert.
Amma und ihre Devotees werden als soziales Netzwerk konzeptualisiert, wobei der Fokus
auf die Situation in der Schweiz und Schweizer Devotees in Amritapuri (indisches Zentrum)
gerichtet wird. Zahlreiche online Primärquellen und Bücher von Senior Devotees (inkl.
Hagiografie), Feldforschungstagebücher (teilnehmende Beobachtung) und über 20
Leitfadeninterviews mit Schweizer Devotees in Amritapuri und der Schweiz bilden die
Datengrundlage und werden hinsichtlich ihrer netzwerkanalytischen Bausteine durchkämmt:
Amma und die Devotees als Knoten, die Beziehung zwischen Amma und Devotees oder Devotees
untereinander als Kanten und schliesslich Triaden unter Einbezug Ammas als Vermittlerin und im
Hinblick auf die Position bestehender Devotees als Gatekeeper.
Ammas Darshan in Form der Umarmung - für viele Devotees bewegende und inspirierende
Begegnungen - ist zu ihrem Markenzeichen geworden. Die Studie zeichnet nach wie sich Ammas
Netzwerk durch die Vermittlung von Devotees an potentiell interessierte Menschen global und in
der Schweiz ausgebreitet hat. Die Transformation der gebürtigen Sudhamani Idhamannel aus
Kerala zum globalen Guru mit dem Titel Mātā Amṛtānandamayī Devī („Göttliche Mutter der
unsterblichen Glückseligkeit”) wird durch die Analyse der Charismatisierungen in den offiziellen
Veröffentlichungen von Ammas spiritueller Organisation dargestellt.
In unterschiedlichen Rollen (als göttliche Mutter, Guru, Wohltäterin, innere Amma) agiert
Amma mit ihren Gegenübern (als Kinder, SchülerInnen, Begünstigte, Devotees). Diese
Beziehungen werden in der Studie mithilfe des Datenmaterials herausgearbeitet. Die Nähe zur
„Mutter” ist sowohl Ziel innerer Ausrichtung als auch physischer Kontaktchancen. An Amma-
Events mit tausenden TeilnehmerInnen, und bei kleineren, spontanen Begegnungen mit und um
Amma, wird Ammas postulierte Aussergewöhnlichkeit durch OrganisatorInnen strukturiert und
durch die Anwesenden abgebildet und auf diese Weise erfahrbar. Die fortwährende
Charismatisierung von Amma als normative Praxis unter Devotees, ist Eckpfeiler des daraus
generierten Charisma-Netzwerks um Amma.
Date of Publication
2020
Year of graduation
2020
Theses Type
dissertation
Subject(s)
Language(s)
de
Author(s)
Ackermann, Martin |
Faculty/Graduate School
Access(Rights)
open.access
Primary OA Publication
true