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Teilhabe zwischen Anspruch und Wirklichkeit

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BORIS DOI
10.48620/94564
Subtitle
Behinderung, integrative Massnahmen und soziale Ungleichheit von Bildungschancen
Abstract
Bildung ist eine zentrale Voraussetzung für selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe. Trotz kontinuierlich wachsender Bildungsbeteiligung in den vergangenen Jahrzehnten bleiben Bildungsungleichheiten weltweit bestehen. Anders als andere askriptive Merkmale stellt Behinderung in der bildungssoziologischen Forschung einen eher vernachlässigten Faktor dar. Dies obwohl Behinderung mit sozialer Ungleichheit von Bildungschancen einhergeht und die von Menschen mit Behinderungen erworbenen Bildungsabschlüsse oftmals nicht für eine vollumfängliche gesellschaftliche Teilhabe ausreichen, was individuelle als auch gesellschaftliche Konsequenzen mit sich bringt.
Zunächst werden Bildungsungleichheiten als Forschungsgegenstand eingeführt und theoretische Ansätze zur Entstehung und Reproduktion sozialer Ungleichheit von Bildungschancen dargestellt. Weiter wird der Behinderungsbegriff theoretisch aufgearbeitet und gezeigt, wie Behinderung im Bildungssystem im Kontext des meritokratischen Leitbilds sozial konstruiert wird und was das für Folgen mit sich bringt. Anschliessend werden Entwicklungen hin zu inklusiver Bildung sowie der aktuelle Forschungsstand zu integrativer Beschulung dargestellt.
Den Kern der Dissertation bilden drei empirische Publikationen aus der Berner Längsschnittstudie integrativer schulischer Massnahmen (BELIMA). Sie fokussieren auf den Übergang von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II, da an diesem Übergang Benachteiligungen kumulieren und Pfadabhängigkeiten für den weiteren Lebens- und Karriereverlauf entstehen. Mittels Mixed-Methods-Ansatz wurde untersucht, inwiefern integrative Massnahmen wie reduzierte individuelle Lernziele und Nachteilsausgleich diesen Übergang beeinflussen. Zudem werden psychische Erkrankungen als im schulischen Kontext oft weniger wahrgenommene Behinderungsform untersucht. Die Befunde zeigen, dass integrative Massnahmen je nach Ausgestaltung unterschiedliche Auswirkungen haben: Während sie einerseits Teilhabe ermöglichen sollen, können sie andererseits durch ihre sozial selektive Vergabe und stigmatisierende Wirkung Chancenungleichheiten verstärken. Zudem wird deutlich, dass psychische Erkrankungen als weniger sichtbare Behinderungsformen den Übergang in die nachobligatorische Ausbildung erschweren können.
Die Dissertation unterstreicht die Notwendigkeit einer inklusiveren bildungssoziologischen Forschung, die Behinderung systematisch als Ungleichheitsdimension berücksichtigt, sowie einer kritischen Überprüfung und Weiterentwicklung integrativer Massnahmen. Nur durch eine grundlegende Transformation hin zu inklusiven Bildungsstrukturen kann Bildung ihre Aufgabe erfüllen und allen Menschen die Grundlagen für eine selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
Zusammenfassung in Leichter Sprache
Worum geht es in dieser Arbeit?
Diese Arbeit untersucht Bildungs·Ungleichheiten.
Das bedeutet: Nicht alle Menschen haben die gleichen Chancen in der Bildung.
Die Arbeit schaut besonders auf Menschen mit Behinderungen.
Warum ist dieses Thema wichtig?
Bildung ist wichtig, um in der Gesellschaft teilhaben zu können.
Aber Menschen mit Behinderungen haben oft schlechtere Chancen auf Bildung.
Die Forschung hat bisher zu wenig untersucht:
Wie hängen Behinderung und ungleiche Bildungs·Chancen zusammen?
Wie geht die Arbeit vor?
Zuerst wird erklärt, was man aus anderen Studien schon weiss:
Was sind ungleiche Bildungs·Chancen?
Was bedeutet Behinderung?
Wie sehen Gesellschaft und Schule Behinderung?
Dann werden drei eigene Studien vorgestellt.
Lernende wurden über mehrere Jahre begleitet und befragt.
Die Studien schauen auf den Übergang von der Schule in die Berufs·Ausbildung.
Das ist eine wichtige Zeit mit Entscheidungen für die Zukunft.
Die Studien untersuchten: Wie verläuft dieser Übergang für Lernende mit Behinderungen, die zusammen mit Lernenden ohne Behinderungen in der Schule waren?
Was sind die Ergebnisse?
Der Übergang verläuft nicht für alle Lernenden mit Behinderungen gleich einfach.
Manche Lernende bekommen zu wenig Unterstützung.
Es kommt aber auch darauf an, was für eine Art Untertützung sie in der Schule erhalten haben.
Manche Unterstützungen können eine Barriere sein im Übergang von der Schule in den Beruf.
Die Untersützung hat dazu geführt, dass andere Personen ihnen weniger zutrauen. Oder sich die Person selbst weniger zutraut.
Sie fangen darum eher eine tiefere Berufsausbildung an. Obwohl sie nicht weniger können als die anderen Lernenden.
Was bedeutet das?
Die Ergebnisse zeigen:
Behinderung muss stärker in der Bildungs·Forschung beachtet werden.
Das Bildungs·System muss für alle Menschen gut funktionieren.
Alle sollen gute Unterstützung bekommen. Sie sollen helfen und nicht neue Nachteile schaffen.
Nur so können alle Menschen gut lernen und an der Gesellschaft teilhaben.
Year of graduation
2025
Theses Type
dissertation
Subject(s)
300 Social sciences, sociology & anthropology > 370 Education
Keyword(s)
Integrative Massnahmen
•
Behinderung
•
soziale Ungleichheit von Bildungschancen
•
Teilhabe
•
Mixed-Methods
Language(s)
de
Author(s)
Lustenberger, Sara  
Faculty/Graduate School
Faculty of Human Sciences  
Institute
Institute of Educational Science  
Access(Rights)
open.access
Primary OA Publication
true
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Build: 0eaa7c [ 7.08. 11:06]
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