“On ne lui a laissé ni tête, ni bras, ni jambes”: Reisende des 17. Jahrhunderts über den Umgang mit dem Koloss der Naxier
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Vom sogenannten Koloss der Naxier, einem neun Meter hohen Kouros, der im 7. Jahrhundert v.Chr. als Weihegabe auf der Ägäis-Insel Delos aufgestellt wurde, wurden im 19. und 20. Jahrhundert nur noch Fragmente wiedergefunden. Noch in den Reiseberichten des 17. Jahrhunderts allerdings gab es zahlreiche Zeugnisse über die kolossale Skulptur, insbesondere über den aktuellen Umgang mit ihr: Viele Besucher:innen der Insel würden sich Stücke vom Rumpf und den Gliedmaßen abbrechen, um sie mitzunehmen. Es kursierten Gerüchte darüber, wer als erstes Hand angelegt und wer den Kopf der Figur abgesägt habe. Der Vortrag geht von diesen Narrativen aus und fragt danach, wie diese Aneignung von Bruchstücken beurteilt wurde. Was zeigt sich in diesen Praktiken für ein Verhältnis zu dem antiken Objekt und seinem Wert, bezogen auf das Ganze einerseits und auf die mitgenommenen Fragmente andererseits? Und was für Argumente führten die Kritiker:innen dieser Praktiken ins Feld? Gerade angesichts der sukzessiven Zerstörung und des drohenden Verschwindens entfaltet sich ein Diskurs der Reisenden über die Zeitlichkeit, den Wert und ihr eigenes Verhältnis zu der Skulptur bzw. den Fragmenten.
Date of Publication
2021-06-11
Publication Type
Conference Item
Language(s)
de
Contributor(s)
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metadata.only