Katastrophe für die Gerechtigkeit? Die rechtswissenschaftliche Debatte um die Rolle von Rechtsstaat und Vergeltung am Ende des Ersten Weltkrieges in transnationaler Perspektive
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1914 bezeichnete der deutsche Altphilologe Hermann Diels den Beginn des Ersten Weltkrieges als eine „Katastrophe für die Wissenschaft“. Tatsächlich beendete der Weltenbrand eine langjährige Zusammenarbeit von Rechtswissenschaftlern, die das Ziel verfolgt hatte, internationale Konflikte rechtlich zu normieren. An deren Stelle trat für die meisten der Männer eine mehr oder weni¬ger aktive Beteiligung an den jeweiligen nationalen Kriegsanstrengungen, meist in Form von Beiträgen in Zeitungen und Zeitschriften, in welchen die Rechtmässigkeit des eigenen und die Unrecht¬mässigkeit des gegnerischen Standpunktes betont wurde. Der vorliegende Beitrag fragt nun nach der Rolle von Rechtsstaat und Vergeltung am Ende des Ersten Weltkrieges in der an dessen Ende wieder aufflammenden rechtswissenschaftlichen Debatte und thematisiert, wie diese Debatte die Diskussionen um mögliche Strafartikel in den Pariser Friedensverträgen beeinflusste. In transnationa-ler Perspektive sollen dabei Entwicklungen in Grossbritannien, Frankreich, den USA sowie dem Deutschen und dem Osmanischen Reich in den Fokus genommen werden.
In 1914 German classical philologist Hermann Diels called the beginning of the First World War „a catastrophe for scholarship”. Sure enough, this global conflict in most cases formed the end of a long-time collaboration of legal scholars, who had tried to create international norms for transnational disputes. Contributing articles to newspapers and journals most of the men involved joined their national war efforts claiming that their country was legally right, while the enemy was at fault. The presentation at hand will deal with the issues of the rule of law and retribution in the debate amongst legal scholars that resumed at the end of the First World War. It furthermore wonders to what extent this debate influenced the discussions on penalties at the Paris Peace Conference in 1919. In a transnational perspective the focus will be on developments in Great Britain, France, the United States as well as the German and Ottoman Empire.
Date of Publication
2018-11-05
Publication Type
Conference Item
Language(s)
de
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Publisher
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Access(Rights)
restricted