Bewegungswahrnehmung und psychometrische Intelligenz: Ein Beitrag zur experimentellen Intelligenzforschung
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In der experimentellen Intelligenzforschung wird der funktionale Zusammenhang zwischen elementaren kognitiven Aufgaben und Intelligenz oft im Rahmen des „mental speed“-Ansatzes, der Hypothese der sensorischen Diskriminationsfähigkeit oder der „temporal resolution power“-Hypothese erklärt. Die individuelle Schwelle zur Entdeckung der Bewegungsrichtung (SEB) stellt ein psychophysisches Leistungsmaß für die Wahrnehmung von Bewegung dar, das im Rahmen der o.g. theoretischen Konzepte interpretiert werden kann, bisher aber nicht systematisch untersucht wurde.
In der vorliegenden Studie wurde erstmalig der Zusammenhang zwischen SEB und spezifischen Aspekten der psychometrischen Intelligenz anhand einer intelligenzheterogenen Stichprobe (N=182) untersucht. Zur Messung der Intelligenz wurde eine modifizierte Kurzversion des Berliner Intelligenzstruktur-Tests verwendet, um Bearbeitungsgeschwindigkeit (B), Verarbeitungskapazität (V) und Merkfähigkeit (M) zu erfassen. Die individuelle SEB wurde mittels eines dynamischen Streifenmusters erfasst, das sich nach links oder rechts bewegte. Aufgabe der Versuchsperson war es, die Bewegungsrichtung anzugeben. Als Leistungsmaß wurde adaptiv die Darbietungsdauer des Musters bestimmt, die für die richtige Identifikation der Bewegungsrichtung benötigt wurde. Da die SEB in Abhängigkeit der Mustergröße variiert, wurden verschiedene Mustergrößen (Sehwinkel 1.8°, 3.6°, 5.4° und 7.2°) verwendet.
Korrelative Analysen belegten einen funktionalen Zusammenhang zwischen SEB und V, nicht aber zwischen SEB und B bzw. M. Das Ergebnis, dass – unabhängig von der Mustergrösse – eine niedrige SEB mit einer hohen Ausprägung in der individuellen V verbunden ist, weist auf eine stärkere Bereichsspezifität von SEB bei der Vorhersage mentaler Fähigkeiten im Vergleich mit den traditionellen elementaren kognitiven Aufgaben im Bereich der experimentellen Intelligenzforschung hin. Die Bedeutung dieses Befundes im Hinblick auf die Integration der drei Konzepte zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen elementaren kognitiven Aufgaben und Intelligenz werden diskutiert.
In der vorliegenden Studie wurde erstmalig der Zusammenhang zwischen SEB und spezifischen Aspekten der psychometrischen Intelligenz anhand einer intelligenzheterogenen Stichprobe (N=182) untersucht. Zur Messung der Intelligenz wurde eine modifizierte Kurzversion des Berliner Intelligenzstruktur-Tests verwendet, um Bearbeitungsgeschwindigkeit (B), Verarbeitungskapazität (V) und Merkfähigkeit (M) zu erfassen. Die individuelle SEB wurde mittels eines dynamischen Streifenmusters erfasst, das sich nach links oder rechts bewegte. Aufgabe der Versuchsperson war es, die Bewegungsrichtung anzugeben. Als Leistungsmaß wurde adaptiv die Darbietungsdauer des Musters bestimmt, die für die richtige Identifikation der Bewegungsrichtung benötigt wurde. Da die SEB in Abhängigkeit der Mustergröße variiert, wurden verschiedene Mustergrößen (Sehwinkel 1.8°, 3.6°, 5.4° und 7.2°) verwendet.
Korrelative Analysen belegten einen funktionalen Zusammenhang zwischen SEB und V, nicht aber zwischen SEB und B bzw. M. Das Ergebnis, dass – unabhängig von der Mustergrösse – eine niedrige SEB mit einer hohen Ausprägung in der individuellen V verbunden ist, weist auf eine stärkere Bereichsspezifität von SEB bei der Vorhersage mentaler Fähigkeiten im Vergleich mit den traditionellen elementaren kognitiven Aufgaben im Bereich der experimentellen Intelligenzforschung hin. Die Bedeutung dieses Befundes im Hinblick auf die Integration der drei Konzepte zur Erklärung des Zusammenhangs zwischen elementaren kognitiven Aufgaben und Intelligenz werden diskutiert.
Date of Publication
2018-09-19
Publication Type
Conference Item
Language(s)
de
Contributor(s)
Access(Rights)
metadata.only