Moderne Gesellschaft, nichtaffirmative Erziehung und das Problem der Kontroversität
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Die Frage, wie Erziehung beschrieben werden muss, damit die Beschreibung als eine sinnvolle Antwort auf die Situation gewertet werden kann, in der Menschen in modernen Gesellschaften aufwachsen, ist ein Dauerproblem pädagogischer Theoriebildung. In der europäischen und insbesondere deutschsprachigen Tradition sind von verschiedener Seite Beschreibungen von Erziehung angefertigt worden, die eine gemeinsame Grundausrichtung erkennen lassen. Man kann diese im Detail durchaus voneinander abweichenden Beschreibungen als Beiträge zu einem gemeinsamen ,Projekt‘ auffassen, nämlich eine Theorie nichtaffirmativer Erziehung zu entwerfen. Gemeint ist damit ein Theorieansatz, in dem versucht wird, die Eigenlogik moderner Erziehung in den Blick zu rücken, wie sie u.a. von Jean-Jacques Rousseau, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Schleiermacher oder Johann Friedrich Herbart unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen beschrieben worden ist. Die Theorie nichtaffirmativer Erziehung lässt sich als eine ,,present-day reconstruction of this modern tradition“ verstehen. Erziehung wird in diesem Zusammenhang als eine Form des Miteinanderumgehens begriffen, in der Heranwachsende so in die Welt eingeführt werden, dass diese eine vielseitig dimensionierte Urteils- und Partizipationsfähigkeit entwickeln können, die es ihnen ermöglicht, ihr Leben im Kontext einer modernen demokratischen Gesellschaft selbstbestimmt zu führen.
Date of Publication
2021-01-01
Publication Type
Article
Language(s)
de
Series
Pädagogische Rundschau
Publisher
Lang
ISSN
0030-9273
Access(Rights)
open.access