"Der Schimmelreiter". Theodor Storms Spiel mit biographischen Narrativen
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Description
Biographische Narrative gehören in der Neuzeit zum
festen Erzählinventar und werden gerade im Realismus
häufig eingesetzt. Im „Schimmelreiter“ (1888) inszeniert
Storm ein raffiniertes Spiel mit biographischen
Mustern. In traditionellen Lesarten erscheint Hauke Haiens
Lebensweg entweder durch den Aberglauben oder
die freie Vernunft und Tatkraft bestimmt. Weiß man,
dass Storm aufmerksam den wissenschaftlichen Wandel
des Menschenbildes im 19. Jahrhundert verfolgt
hat, liegt eine dritte biographische Deutung nahe: Der
Deichgraf trägt psychopathische Züge eines Neurasthenikers,
der sich verbissen auf die Rolle des Aufklärers
konzentriert und deshalb die Grenzen seiner eigenen
Natur nicht richtig einzuschätzen vermag.
festen Erzählinventar und werden gerade im Realismus
häufig eingesetzt. Im „Schimmelreiter“ (1888) inszeniert
Storm ein raffiniertes Spiel mit biographischen
Mustern. In traditionellen Lesarten erscheint Hauke Haiens
Lebensweg entweder durch den Aberglauben oder
die freie Vernunft und Tatkraft bestimmt. Weiß man,
dass Storm aufmerksam den wissenschaftlichen Wandel
des Menschenbildes im 19. Jahrhundert verfolgt
hat, liegt eine dritte biographische Deutung nahe: Der
Deichgraf trägt psychopathische Züge eines Neurasthenikers,
der sich verbissen auf die Rolle des Aufklärers
konzentriert und deshalb die Grenzen seiner eigenen
Natur nicht richtig einzuschätzen vermag.
Date of Publication
2012
Publication Type
Article
Language(s)
de
Contributor(s)
Additional Credits
Series
Deutschunterricht
Publisher
Friedrich
ISSN
0340-2258
Access(Rights)
metadata.only