Diet-Paradox bei Finanzprodukten
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Bittet man Konsumenten zu schätzen, wie viele Kalorien ein Hamburger und ein Salat zusammen haben, liegt die Schätzung tiefer als wenn man sie bittet zu schätzen, wie viele Kalorien ein Hamburger alleine hat. Dies nennt man das Diät-Paradox. Wir zeigen in Studien mit Studierenden und einer Studie mit Anlegern, dass es bei der Einschätzung des Risikos von strukturierten Finanzprodukten zu einem ähnlichen Effekt kommen kann. Eine wichtige Gruppe der strukturierten Finanzprodukte bilden „barrier reverse convertibles“. Diese basieren typischerweise auf einer oder auf drei Aktien. Der Besitzer von barrier reverse convertibles erhält eine attraktive Auszahlung (Coupon) sofern die Kursverluste der Aktien ein bestimmtes Ausmass (Barriere) in einer fest definierten Laufzeit nicht überschreiten. Fallen jedoch die Kursverluste einer der Aktien stärker aus, riskiert der Besitzer Geld zu verlieren. Unsichere (hoch volatile) Aktien erhöhen dieses Risiko. Ähnlich wie beim Diät-Paradox schätzten Personen die Wahrscheinlichkeit, dass die Barriere durchbrochen wird, bei einem Produkt mit einer unsicheren und zwei relativ sicheren Aktien niedriger ein als bei einem Produkt mit einer einzigen unsicheren Aktie. Die Hinzunahme der sicheren Aktien mindert demnach die Risikoeinschätzung, obwohl das Risiko definitiv steigt. Dieser Effekt lässt sich nicht mit der generellen Schwierigkeit erklären, Wahrscheinlichkeiten miteinander zu verbinden (conjunction fallacy).
Date of Publication
2017-09-05
Publication Type
Conference Item
Language(s)
de
Title of Event
Access(Rights)
metadata.only