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Bedingungen der Teilhabe von jungen Menschen mit Behinderungen am Vereinssport

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Official URL
https://www.dshs-koeln.de/fileadmin/redaktion/Aktuelles/Kongresse_und_Tagungen/dvs-Jahrestagung/Abstractband_din_a5_hoch_FINAL.pdf
Description
Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert, dass Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am Sport ermöglicht wird. Dies ist notwendig, weil der Blick in die Praxis zeigt, dass eine systembedingte Separation im organisierten Sport in Form eigenständiger Behindertensportvereine und damit verbunden eine Unterrepräsentation von Menschen mit Behinderungen in Regelsportvereinen zu beobachten ist (z.B. Sotiriadou & Wicker, 2014; Ullenhag et al., 2012). Daher ist davon auszugehen, dass für eine inklusive Sportvereinslandschaft im Sinne der UN-BRK ein deutlicher Handlungsbedarf besteht, indem bestehende Barrieren zu identifizieren und zu beseitigen sind. Repräsentative Zahlen und Erkenntnisse liegen hierzu jedoch, insbesondere für die Schweiz, noch nicht vor. Vor diesem Problemhintergrund stellt sich folgende Frage: Welche Bedingungen müssen gegeben sein, um jungen Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am organisierten Vereinssport zu ermöglichen?
Die Analyse des Forschungsstands zeigt, dass verschiedene Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen bestehen, die die Sportpartizipation von Menschen mit Behinderungen beeinflussen (z.B. Jaarsma et al., 2014; Shields & Synnot, 2014). Für die Analyse ist deshalb ein theoretisches Modell angezeigt, das die unterschiedlichen Ebenen berücksichtigt und dementsprechend die förderlichen und hinderlichen Bedingungen für die Sportpartizipation im Verein systematisch beschreiben und erklären kann. Auf der Grundlage von Mehr-Ebenen-Ansätzen der Sportvereinsforschung (z.B. Nagel, 2007) ist für solch ein theoretisches Modell zwischen der Individualebene (z.B. Motivation und Einstellung der Mitglieder mit Behinderungen zum Sport), der Organisationsebene (z.B. Sportangebote, Infrastruktur) sowie der Umweltebene (z.B. sportpolitische Konzepte bezüglich Inklusion) zu differenzieren. Diese Studie fokussiert sich dabei auf die Organisationsebene des Vereins, wobei hier die zentralen Bedingungen für die Teilhabe die formalen Vereinsstrukturen (z.B. Angebote, Ressourcen, Kooperationen), die Vereinskultur (z.B. Einstellungen, Wissen) sowie die eingespielten Vereinspraktiken (z.B. vermittelte Inhalte im Training, soziale Interaktionen) darstellen.
Mit Blick auf das methodische Vorgehen findet die Analyse der Bedingungen auf der Organisationsebene im Rahmen von typenbezogenen Fallstudien statt. Hierzu wurden Trainingsgruppen von Menschen mit Behinderungen in 16 Sportvereinen der Deutschschweiz theoriegeleitet ausgewählt: 8 Behindertensportgruppen (separatives Setting) sowie 8 gemischte Trainingsgruppen für Menschen mit und ohne Behinderungen (integratives/inklusives Setting). Bei der Analyse der organisationalen Bedingungen werden die Vereinsstrukturen, -kultur und -praktiken sowohl auf der Gruppen- als auch auf der Vereinsebene identifiziert, die Inklusionsprozesse fördern oder erschweren können. Anschliessend werden die identifizierten Bedingungen der beiden Settings auf Besonderheiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede vergleichend untersucht. Zur Erfassung der Daten werden sowohl quantitative als auch qualitative Untersuchungsinstrumente eingesetzt. Für die erste Erhebungswelle auf der Gruppenebene werden nicht-teilnehmende Beobachtungen, leitfadengestützte Interviews und Onlinefragebogen für TrainerInnen eingesetzt. Für die zweite Erhebungswelle auf der Vereinsebene werden Dokumentenanalysen (z.B. Vereinssatzung, Leitbild, Förderkonzepte) und Onlinefragebogen für Vereinsfunktionäre angewendet. In einer dritten Erhebungswelle werden in ausgewählten Vereinen problemzentrierte Interviews auf der Gruppen- und Vereinsebene durchgeführt.
Im Rahmen der Präsentation werden ausgewählte Ergebnisse der ersten Erhebungswelle auf Gruppenebene vorgestellt und diskutiert. Insgesamt soll das Forschungsprojekt vertiefte Erkenntnisse zu dem in der Schweiz bislang wenig erforschten Thema der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Sportvereinen liefern. Insbesondere vom Vergleich der Bedingungen zwischen den verschiedenen Settings werden wichtige Erkenntnisse erwartet. Auf dieser Grundlage können Best-Practice-Beispiele für die Vereinspraxis gegeben werden, um gezielt Barrieren auf der Organisationsebene zu beseitigen und Fördermassnahmen für eine volle und wirksame Teilhabe von jungen Menschen mit Behinderungen im Sportverein zu konzipieren.
Date of Publication
2016-09-20
Publication Type
Conference Item
Subject(s)
300 Social sciences, sociology & anthropology
700 Arts > 790 Sports, games & entertainment
Language(s)
de
Contributor(s)
Albrecht, Julia Brigitteorcid-logo
Institut für Sportwissenschaft (ISPW)
Additional Credits
Institut für Sportwissenschaft (ISPW)
Title of Event
Jahrestagung der dvs-Sektion Sportsoziologie und der dvs-Kommission Geschlechterforschung
Access(Rights)
metadata.only
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Build: dd892c [ 9.04. 8:30]
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