Der Einfluss einer Hormonersatztherapie auf den Schlaf postmenopausaler Frauen
Publisher DOI
Abstract
Schlafstörungen betreffen bis zu 60 % der Frauen in der Peri- und Postmenopause und haben erhebliche Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität. Hormonelle Veränderungen, insbesondere der Abfall von Östrogen und Progesteron in den Wechseljahren, stören den Schlaf durch vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen sowie durch diverse Effekte auf neurobiologische Prozesse. Die Hormonersatztherapie (HRT) stellt eine potenziell wirksame Behandlungsoption dar. Neben der Linderung vasomotorischer Beschwerden wirken Östrogene zudem direkt auf schlafregulierende Neurotransmittersysteme, stabilisieren den zirkadianen Rhythmus und unterstützen die Melatoninproduktion. Progesteron entfaltet als Modulator an Gamma-Aminobuttersäure(GABA)-Rezeptoren zudem sedierende und anxiolytische Wirkungen. Studien zeigen, dass eine HRT subjektive und objektive Schlafparameter verbessern kann – unabhängig vom Vorliegen vasomotorischer Beschwerden. Schlafstörungen sind jedoch häufig multifaktoriell bedingt. Eine individuelle Diagnostik und Therapie, die auch nichthormonelle Ansätze wie kognitive Verhaltenstherapie, Lebensstilmodifikation und Schlafhygiene einbezieht, ist daher unerlässlich. Weitere Forschung ist notwendig, um die spezifischen Wirkmechanismen und Indikationen der HRT bei Schlafstörungen genauer zu klären.
Date Issued
2025-05-22
Publication Type
Article
Subject(s)
Language(s)
de
Additional Credits
Journal
Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Schweiz
Publisher
Springer
ISSN
1995-6924
2520-8500
1995-6924
Access(Rights)
open.access