Wer stört? Theatergeschichte & Geschlecht
Abstract
Wer stört? Theatergeschichte & Geschlecht
Warum entstehen das Ideal eines Illusionstheaters und der deutsche Begriff „Schauspielkunst“ sowie das Zwei-Geschlechter-Modell nahezu zeitgleich? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Theoretisierung von Schauspielkunst und dem Aufkommen eines realistisch-psychologischen Schauspielstils? Warum verschwinden Frauen um 1800 aus den operativen Bereichen der Theater und tauchen als „geborene Schauspielerinnen“ um 1900 wieder auf?
Die aufklärerischen Bemühungen um eine Neuordnung von Theater streben zahlreiche Veränderungen auf institutioneller, gesellschaftspolitischer und ästhetischer Ebene an. So sehen die Reformen Modifikationen in der Organisation und Struktur der Theatertruppen vor; Theater als wesentliches Medium eines sich konstituierenden Bürgertums soll die Utopie einer pädagogisch-moralischen wie auch nationalen Institution einlösen; Spielvorlagen und Spielstil müssen den Bruch mit tradierten Praxen vollziehen.
Um diese umfassenden Profilierungs- und Reformbestrebungen zu legitimieren, bedienen sich die Reformer gezielter Abgrenzungs- und Ausschlussmechanismen, die wiederum durchzogen sind von geschlechtlichen Codierungen.
Der Vortrag verfolgt aus gendertheoretischer Perspektive die geschlechtlichen Sedimentierungen in theaterhistoriografischen Überlieferungen und untersucht deren Auswirkungen auf die Theaterpraxis.
Warum entstehen das Ideal eines Illusionstheaters und der deutsche Begriff „Schauspielkunst“ sowie das Zwei-Geschlechter-Modell nahezu zeitgleich? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Theoretisierung von Schauspielkunst und dem Aufkommen eines realistisch-psychologischen Schauspielstils? Warum verschwinden Frauen um 1800 aus den operativen Bereichen der Theater und tauchen als „geborene Schauspielerinnen“ um 1900 wieder auf?
Die aufklärerischen Bemühungen um eine Neuordnung von Theater streben zahlreiche Veränderungen auf institutioneller, gesellschaftspolitischer und ästhetischer Ebene an. So sehen die Reformen Modifikationen in der Organisation und Struktur der Theatertruppen vor; Theater als wesentliches Medium eines sich konstituierenden Bürgertums soll die Utopie einer pädagogisch-moralischen wie auch nationalen Institution einlösen; Spielvorlagen und Spielstil müssen den Bruch mit tradierten Praxen vollziehen.
Um diese umfassenden Profilierungs- und Reformbestrebungen zu legitimieren, bedienen sich die Reformer gezielter Abgrenzungs- und Ausschlussmechanismen, die wiederum durchzogen sind von geschlechtlichen Codierungen.
Der Vortrag verfolgt aus gendertheoretischer Perspektive die geschlechtlichen Sedimentierungen in theaterhistoriografischen Überlieferungen und untersucht deren Auswirkungen auf die Theaterpraxis.
Date Issued
2018
Publication Type
Conference Item
Subject(s)
Language(s)
de
Additional Credits
Title of Event
Access(Rights)
metadata.only