Therapeutische Allianz, Selbstwirksamkeit und suizidales Erleben: Eine Subanalyse
Publisher DOI
PubMed ID
40730227
Abstract
Zusammenfassung
Ziel der Studie
Die Studie untersucht im Rahmen des flexiblen, suizidspezifischen Attempted Suicide Short Intervention Program (ASSIP flex) Veränderungen in der therapeutischen Allianz und der Selbstwirksamkeit. Zudem wird der Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeit und dem suizidalen Erleben analysiert.
Methode
Die Studie ist als Subanalyse einer längsschnittlichen Beobachtungsstudie konzipiert. Die Stichprobe umfasste 64 Patient/-innen (51,6% Frauen) im Alter von 19–83 Jahren (M=39,6, MD=35,5, SD=15,7) mit suizidalem Verhalten, die an ASSIP flex teilnahmen. Die Befragung erfolgte zu zwei Messzeitpunkten, vor (t0) und nach (t1) der ASSIP flex-Behandlung sowie im Anschluss an jede der drei ASSIP flex-Sitzungen. Zu den beiden Messzeitpunkten wurden soziodemografische Merkmale (z. B. Geschlecht, Alter), gesundheitsbezogene Daten (z. B. therapeutische Allianz, Selbstwirksamkeit) sowie Angaben zum suizidalen Erleben und Verhalten (z. B. Intensität der Suizidgedanken, Anzahl Suizidversuche) erhoben. Die therapeutische Allianz wurde nach jeder ASSIP flex-Sitzung erfasst.
Ergebnisse
Im Verlauf der drei Therapiesitzungen wurde eine Zunahme der therapeutischen Allianz festgestellt (F(1, 63)=48,081, p<0,001). Von t0 zu t1 wurde eine Erhöhung der Selbstwirksamkeit beobachtet (t(63)=−3,410, p<0,001). Ein positiver Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeit zu t0 und der therapeutischen Allianz wurde sowohl in der ersten (β=0,433, p<0,001) als auch in der dritten Therapiesitzung (β=0,293, p=0,041) festgestellt. Das suizidale Erleben der Patient/-innen verringerte sich von t0 zu t1 (BSS: β=−0,220, p<0,001). Eine höhere Selbstwirksamkeit war mit geringerem suizidalem Erleben assoziiert (BSS: β=−0,315, p<0,001).
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz der therapeutischen Allianz und der Selbstwirksamkeit in der suizidpräventiven Behandlung. Der narrative Ansatz von ASSIP flex bietet dabei eine strukturierte Möglichkeit, um sowohl die therapeutische Allianz als auch die Selbstwirksamkeit gezielt zu stärken. In Follow-up Studien sollten die Zusammenhänge dieser Konstrukte mit dem suizidalen Erleben und Verhalten über einen längeren Zeitraum untersucht und gezielte Interventionsstrategien weiterentwickelt werden.
Ziel der Studie
Die Studie untersucht im Rahmen des flexiblen, suizidspezifischen Attempted Suicide Short Intervention Program (ASSIP flex) Veränderungen in der therapeutischen Allianz und der Selbstwirksamkeit. Zudem wird der Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeit und dem suizidalen Erleben analysiert.
Methode
Die Studie ist als Subanalyse einer längsschnittlichen Beobachtungsstudie konzipiert. Die Stichprobe umfasste 64 Patient/-innen (51,6% Frauen) im Alter von 19–83 Jahren (M=39,6, MD=35,5, SD=15,7) mit suizidalem Verhalten, die an ASSIP flex teilnahmen. Die Befragung erfolgte zu zwei Messzeitpunkten, vor (t0) und nach (t1) der ASSIP flex-Behandlung sowie im Anschluss an jede der drei ASSIP flex-Sitzungen. Zu den beiden Messzeitpunkten wurden soziodemografische Merkmale (z. B. Geschlecht, Alter), gesundheitsbezogene Daten (z. B. therapeutische Allianz, Selbstwirksamkeit) sowie Angaben zum suizidalen Erleben und Verhalten (z. B. Intensität der Suizidgedanken, Anzahl Suizidversuche) erhoben. Die therapeutische Allianz wurde nach jeder ASSIP flex-Sitzung erfasst.
Ergebnisse
Im Verlauf der drei Therapiesitzungen wurde eine Zunahme der therapeutischen Allianz festgestellt (F(1, 63)=48,081, p<0,001). Von t0 zu t1 wurde eine Erhöhung der Selbstwirksamkeit beobachtet (t(63)=−3,410, p<0,001). Ein positiver Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeit zu t0 und der therapeutischen Allianz wurde sowohl in der ersten (β=0,433, p<0,001) als auch in der dritten Therapiesitzung (β=0,293, p=0,041) festgestellt. Das suizidale Erleben der Patient/-innen verringerte sich von t0 zu t1 (BSS: β=−0,220, p<0,001). Eine höhere Selbstwirksamkeit war mit geringerem suizidalem Erleben assoziiert (BSS: β=−0,315, p<0,001).
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz der therapeutischen Allianz und der Selbstwirksamkeit in der suizidpräventiven Behandlung. Der narrative Ansatz von ASSIP flex bietet dabei eine strukturierte Möglichkeit, um sowohl die therapeutische Allianz als auch die Selbstwirksamkeit gezielt zu stärken. In Follow-up Studien sollten die Zusammenhänge dieser Konstrukte mit dem suizidalen Erleben und Verhalten über einen längeren Zeitraum untersucht und gezielte Interventionsstrategien weiterentwickelt werden.
Date Issued
2025-07-29
Publication Type
Article
Language(s)
de
Author(s)
Firnenburg, David Pablo | |
Cattapan, Katja | |
Michaud, Laurent | |
Saillant, Stéphane | |
Olbrich, Sebastian | |
Werdin, Sophia | |
Wyss, Kaspar | |
Walther, Sebastian |
Journal
Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie
Publisher
Thieme Gruppe
ISSN
0937-2032
1439-1058
Access(Rights)
metadata.only