Zwischen zwei Imperien: Martinique 1802-1809
Abstract
Im Zuge des Friedens von Amiens 1802 gab die britische Regierung die seit 1794 von Rotjacken besetzte Karibikinsel Martinique an Frankreich zurück. Die Insel war wegen ihrer Zucker- und Kaffeeplantage, auf denen 80'000 Sklaven schufteten, nicht nur von grosser ökonomischen Bedeutung, sondern hatte aufgrund ihrer geographischen Lage erheblichen geostrategischen Wert. Allerdings gestaltete sich die Reintegration der Kolonie in das französische Imperium alles andere als einfach. Dies lag vor allem an den Pflanzereliten Martiniques, welche die britische Eroberung der Insel 1794 massgeblich unterstützt hatten. Als überzeugte Royalisten lehnten sie das napoleonische Regime in Frankreich ab, sahen sie doch darin nichts anderes als eine Fortsetzung der Französischen Revolution. Ihre Loyalität galt deshalb vielmehr dem Britischen Empire, unter dessen Obhut sie sich politische wie auch ökonomische Vorteile versprachen. Der neue Generalgouverneur der Kolonie, Vize-Admiral Villaret-Joyeuse, setzte deshalb alles daran, mit einer zuvorkommenden Politik die Gunst der kolonialen Eliten zu gewinnen. Dabei ging er soweit, die völlige Unterminierung der metropolitanen Autorität zuzulassen, so dass die französischen Kriegsanstrengungen in der Region entscheidend desavouiert wurden. Im Referat sollen die Hintergründe und Folgen dieser Loyalitätskonflikte einer genaueren Untersuchung unterzogen werden.
Date Issued
2016-06-09
Publication Type
Conference Item
Subject(s)
Language(s)
de
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metadata.only