„So redet ein Franzose!“ Lessings Diderot-Übersetzung als theaterpolitisches Statement
Abstract
Lessings 1760 anonym erscheinender Übersetzung Das Theater des Herrn Diderot kommt weitreichende Bedeutung für die deutschsprachige Theorie, Dramatik und Theaterpraxis des 18. Jahrhunderts zu. Wie Gottsched verfolgt auch Lessing mit seinen Übertragungen ein theaterpolitisches Programm, das sich in Widerspruch zu etablierten Traditionen und Praktiken setzt. Es entbehrt nicht der Ironie, dass Lessing dem deutschen Literaturprofessor und Verehrer des französischen Klassizismus den Franzosen Diderot als Kritiker desselben gegenüberstellt und dessen Theaterarbeiten als Vorbilder für eine Erneuerung von Dramatik und Schauspielstil präsentiert. Lessing schätzt Diderot als einen der wesentlichen Protagonisten der französischen Aufklärung und hebt dessen Einfluss auf die eigenen Arbeiten hervor, nicht zuletzt, weil sich auch bei Diderot Theoretisches mit Theaterpraktischem verbindet.
Der Vortrag skizziert Diderots theatertheoretische und theaterpraktische Entwürfe, untersucht deren Bedeutung für Lessings kulturpolitisches Engagement und fragt, inwiefern Diderot tatsächlich als ‚Bundesgenosse’ für die Polemik gegen Gottscheds Dramen- und Theaterkonzepte funktionalisiert und von den Zeitgenossen als solcher wahrgenommen wurde.
Der Vortrag skizziert Diderots theatertheoretische und theaterpraktische Entwürfe, untersucht deren Bedeutung für Lessings kulturpolitisches Engagement und fragt, inwiefern Diderot tatsächlich als ‚Bundesgenosse’ für die Polemik gegen Gottscheds Dramen- und Theaterkonzepte funktionalisiert und von den Zeitgenossen als solcher wahrgenommen wurde.
Date Issued
2016-10
Publication Type
Conference Item
Subject(s)
Language(s)
de
Additional Credits
Access(Rights)
metadata.only