Katastrophe der Wissenschaft?! Gewaltseskalation, Kriegsgräuel und Kriegsverbrechen als Instrumente der internationalen (Nicht-)Kooperation in der Rechtswissenschaft 1914–1919
Catastrophe of Science?! The Escalation of Violence, Wartime Atrocities and War Crimes as Instruments of International (non-) Cooperation within Jurisprudence 1914–1919
Abstract
This contribution starts with a dictum from the German classical philologist, Hermann Diels. He referred to a ‘catastrophe of science’ which led most academics and scientists to support national war efforts at the beginning of World War One. This study examines the way in which the escalation of violence during the war and related wartime atrocities influenced international co-operation between jurists, something which Gustave Moynier identified as a prerequisite factor for limiting violence in war within a legal framework. Many jurists, especially those on the side the Entente, linked the escalation of violence and wartime atrocities with the legal concept of ‘crime’ and thereby turned an instrument of international co-operation into one of national mobilisation. A similar development was evident among jurists of the Central Powers. This article also discusses the impact which the curtailment of international co-operation at almost all levels throughout the war years had on the escalation of violence and asks how appropriate Diels’ aforementioned dictum has been.
Ausgangspunkt dieses Beitrages ist das Diktum des deutschen Altphilologen Hermann Diels, der mit Blick auf die Beteiligung weiter Teile der akademischen Welt an den Kriegsanstrengungen der kriegführenden Länder zu Beginn des Ersten Weltkrieges von einer „Katastrophe der Wissenschaft“ sprach. Im Zentrum steht die Beschäftigung mit der Art und Weise, in welcher die Eskalation der Gewalt im Krieg, die damit verbundenen Kriegsgräuel die Kooperation von Rechtswissenschaftlern beeinflusste, die Gustave Moynier 1890 als unabdingbare Voraussetzung dafür definiert hatte, damit Kriege durch einen rechtlichen Rahmen begrenzt und die Gewalt dadurch eingeschränkt werden könnten. Besonders auf Seiten der Entente verbanden Juristen die Eskalation der Gewalt und die Kriegsgräuel schon früh mit dem strafrechtlichen Straftatbestand eines Verbrechens und machten so aus einem Instrument der internationalen Kooperation eines der nationalen Mobilisation. Ähnliches war auch unter Rechtswissenschaftlern der Mittelmächte zu beobachten. Der Beitrag thematisiert auch die Bedeutung, die das weitgehende Ende der internationalen Kooperation für die Gewalteskalation während des Krieges hatte und inwiefern Diels eingangs erwähntes Diktum daher als zutreffend bezeichnet werden kann.
Date Issued
2018-04
Publication Type
Article
Language(s)
de
Editor(s)
Wolfgang, Weber | |
Adina, Seeger |
Additional Credits
Journal
Zeitgeschichte
Publisher
Studienverlag
ISSN
0256-5250
Access(Rights)
restricted