Remix von Orts-Referenzen im Global Pop. Ansätze einer multiperspektivischen Track-Analyse.
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In London verarbeitet ein Produzent den Einschlag einer Bombe aus dem lybischen Bürgerkrieg zu einen Clubtrack, in einer Hütte in den Dolomiten mixt ein deutscher House-DJ das Summen von Fliegen, Kuhglocken und den Klang eines Gebirgsbaches zusammen, während in Durban ein neues Musikgenre entsteht, das über Sound-Samples seiner Heimatstadt unverkennbar Tribut zollt.
Spielarten elektronischer Popmusik verarbeiten, kommentieren und remixen in aktuellen Tracks immer wieder Orts-Referenzen und lassen dabei das Diktum der «ortslosen», da meist Songtext-freien Kunst links liegen. Während Musiker, Musikerinnen und Klänge im Zuge der Globalisierung zunehmend ortsungebunden agieren («Enträumlichung»), verarbeiten Musiker und Produzentinnen in diesen Tracks auf physische Orte verweisende Fieldrecordings, Zitate aus Medienarchiven, Melodien oder Instrumente. Mit unterschiedlichen künstlerischen (Remix-)Strategien werden die Samples aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und dabei neu kodiert, das heisst, mit neuen Bedeutungen aufgeladen. Die dahinter verborgenen Haltungen und Positionierungen lösen bei den Rezipienten wiederum unterschiedliche (teilweise heftige) Reaktionen aus.
Dieser Beitrag analysiert einen aktuellen Popmusik-Track und schlägt eine umfassende und multiperspektivische Track-Analyse vor, die sowohl mit musik- als auch kultur- oder sozialwissenschaftlichen Ansätzen arbeitet. Die Analyse berücksichtigt die durch die Digitalisierung veränderten Rahmenbedingungen der Musikproduktion ebenso wie die hinter aktuellen Popmusik-Tracks immer häufiger verborgenen, komplexen transnationalen Netzwerke, die kaum mehr länger an nur einem einzelnen Ort verwurzelt sind.
Spielarten elektronischer Popmusik verarbeiten, kommentieren und remixen in aktuellen Tracks immer wieder Orts-Referenzen und lassen dabei das Diktum der «ortslosen», da meist Songtext-freien Kunst links liegen. Während Musiker, Musikerinnen und Klänge im Zuge der Globalisierung zunehmend ortsungebunden agieren («Enträumlichung»), verarbeiten Musiker und Produzentinnen in diesen Tracks auf physische Orte verweisende Fieldrecordings, Zitate aus Medienarchiven, Melodien oder Instrumente. Mit unterschiedlichen künstlerischen (Remix-)Strategien werden die Samples aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und dabei neu kodiert, das heisst, mit neuen Bedeutungen aufgeladen. Die dahinter verborgenen Haltungen und Positionierungen lösen bei den Rezipienten wiederum unterschiedliche (teilweise heftige) Reaktionen aus.
Dieser Beitrag analysiert einen aktuellen Popmusik-Track und schlägt eine umfassende und multiperspektivische Track-Analyse vor, die sowohl mit musik- als auch kultur- oder sozialwissenschaftlichen Ansätzen arbeitet. Die Analyse berücksichtigt die durch die Digitalisierung veränderten Rahmenbedingungen der Musikproduktion ebenso wie die hinter aktuellen Popmusik-Tracks immer häufiger verborgenen, komplexen transnationalen Netzwerke, die kaum mehr länger an nur einem einzelnen Ort verwurzelt sind.
Date of Publication
2016-10-22
Publication Type
Conference Item
Language(s)
de
Contributor(s)
Additional Credits
Access(Rights)
metadata.only