Schnidejoch. Funde aus schmelzendem Eis.
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Description
Im Jahre 1991 wurde am Tisenjoch in den österreichisch-italienischen Alpen die mumifizierte Leiche eines jungsteinzeitlichen Mannes samt Kleidung und Ausrüstung gefunden. Unter dem Namen «Ötzi» gelangte die 5300 Jahre alte Eismumie zu Weltruhm und zählt bis heute zu den ältesten und bekanntesten Mumien. Der Sensationsfund rückte die alpinen Regionen in den Fokus archäologischer Forschungen. Es zeigte sich, dass schon in der Steinzeit das Hochgebirge weder unüberwindliche Barriere noch unwirtliches Niemandsland war, sondern den Menschen vielmehr als Lebensraum diente. Unter den Gebirgsfunden sind aber solche aus dem Eis bis heute die grosse Ausnahme. Zwei derartige Fundstellen liegen in den Schweizer Alpen: Lötschenpass und Schnidejoch. Das Schnidejoch, ein Passübergang im Wildhornmassiv ist in mancher Hinsicht ein aussergewöhnlicher Ort. Hier wurden 6000 Jahre Geschichte am Stück konserviert und die ältesten Funde sind sogar älter als «Ötzi»! Die Fundstätte, zu der zu gelangen es vier Stunden Fussmarsch braucht, ist mit 2756 m ü.M. eine der am höchsten gelegenen in den Alpen und gehört eigentlich zwei Kantonen: Sie liegt auf der Grenze zwischen Bern und Wallis. Hier oben steht man auf der Wasserscheide zwischen Rhone und Rhein, zwischen Mittelmeer und Nordsee.
Date of Publication
2017-06-15
Publication Type
Book Section
Subject(s)
Language(s)
de
Contributor(s)
Bolliger Schreyer, Sabine |
Editor(s)
Röder, Brigitte | |
Bolliger Schreyer, Sabine | |
Schreyer, Stefan |
Additional Credits
Publisher
Hier und Jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte GmbH
ISBN
978-3-0319-397-4
Access(Rights)
metadata.only