Wie hast Du’s mit der Religion? – Das Schweizerische Ost-Institut, die Kirchen und die Menschenrechte 1974–1975
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In der Endphase der OSZE-Verhandlungen, 1974–1975, veröffentlichte das Schweizerische Ost-Institut (SOI) in Bern mehrere Texte über das Verhältnis von Religion und Kommunismus. Als antikommunistisches Forschungsinstitut nahm es zwar eine kritische Haltung gegenüber dem Verhandlungsprozess ein, bediente sich aber der in den 1970er Jahren populären Menschenrechtsrhetorik, um die Unterdrückung in den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang anzuprangern. Dieser Fokus war jedoch nicht nur durch die kritische Situation der religiösen Praktizierenden in Osteuropa motiviert, sondern auch mit einer Kritik an ‹linken› Tendenzen innerhalb der Schweizer Kirchenorganisationen verbunden. Die Publikationen erschienen kurz vor kantonalen und nationalen Wahlen und wurden aus den Reihen der Zürcher FDP heimlich mitfinanziert. Ihr polemischer Stil stiess jedoch selbst in der politischen Mitte auf Ablehnung. Nach Mitte der 1970er Jahre scheint die Konzentration des Instituts auf religiöse Fragen nachgelassen zu haben, und im Gegensatz zum Institut Glaube in der Zweiten Welt (G2W) beschäftigte sich das Institut kaum mit den neuen Menschenrechtsgruppen in den sozialistischen Ländern.
Date of Publication
2024
Publication Type
Article
Keyword(s)
Schweizerisches Ost-Institut SOI
•
Menschenrechte
•
Kalter Krieg
•
Schweiz
•
Peter Sager
•
Kirche
Language(s)
de
Additional Credits
Series
Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte
Publisher
Schwabe
ISSN
2673-3641
Access(Rights)
metadata.only