Lehrwerkstätten als Orte der interdisziplinären Kollaboration. Eine Umbruchphase in der qualitativen Methodenlehre gestalten
Abstract
Qualitative Sozialforschung und qualitative Methodenlehre befinden sich in einer Umbruchphase. Mit der Entwicklung neuer Forschungsfragen, -felder und -zugänge, der Expansion des qualitativen Lehrangebots, einem Generationenwechsel unter den Lehrenden, hochschulpolitischen Transformationsprozessen und technologischen Veränderungen entstehen neue Möglichkeiten, aber auch steigende Anforderungen für Hochschullehrende. In diesem Beitrag charakterisieren wir die gegenwärtige qualitative Methodenlehre im Sinne der Theorie der Liminalität (TURNER 1991 [1969]) als Arbeit an der Schwelle, in der bestehende Routinen aufgelöst wurden und neue noch nicht entstanden sind. Wir lesen die 2022 erfolgte Gründung des Lehrwerkstätten-Netzwerks als Ausdruck dieser Liminalität und berichten (aus Teilnehmerinnenperspektive) von seiner bisherigen Entwicklung. Wir betrachten die Lehrwerkstätten als interdisziplinäre Arbeitsform, in der Lehrende die Umbruchphase gemeinsam gestalten: Sie arbeiten (ähnlich wie professionelle Lerngemeinschaften, BONSEN & ROLFF 2006) an der Professionalisierung der qualitativen Methodenlehre und setzen zugleich Impulse für eine kollaborative Wissenschaftskultur, die auch über die qualitative Methodenlehre hinaus wirksam sein können. Wir diskutieren aktuelle Herausforderungen der Zusammenarbeit im Netzwerk und geben einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen und Dynamiken des Lehrwerkstätten-Formats.
Date Issued
2025-01-29
Publication Type
Article
Subjects
qualitative Methodenlehre
•
Liminalität
•
Kollaboration
•
Interdisziplinarität
•
Lehrwerkstätten
•
professionelle Lerngemeinschaften
Language(s)
en
Author(s)
Weydmann, Nicole | |
Ploder, Andrea |
Additional Credits
Journal
FQS-Debatte: Lehren und Lernen qualitativer Methoden
ISSN
1438-5627
Access(Rights)
open.access