Cultural Brokers: Nain Singh und das Innenleben der Schlagintweit-Expeditionen in Asien, 1854–1858
Abstract
Der Artikel nutzt die Analyse einer Serie von deutsch-britischen Expedition nach
Indien und Zentralasien in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu weiterführenden Reflexionen
über die Rolle und sichtbare Präsenz von indigenen Cultural Brokers
(oder vielmehr deren häufiger Abwesenheit) in einer der führenden Wissensinstitutionen
des 21. Jahrhunderts: der des öffentlichen Museums. Anhand der Reisen der
Brüder Schlagintweit im Dienste der East India Company und anderen Sponsoren
wird zunächst die umfangreiche Anwerbung ausländischer wissenschaftlicher Expertise
in das britische Empire in Südasien untersucht und der Blick auf die hieraus
entstehenden Konflikte gerichtet. Des Weiteren erforscht der Beitrag das gruppendynamisch
komplexe Innenleben der Expeditionsgruppe im Feld, wobei die eminente
Bedeutung indigener Partner, Übersetzer, Händler und Wegführer für die
Realisierung dieser Forschungsreise herausgearbeitet wird. Es wird gezeigt, wie das
heterogene und zudem ständig wechselnde einheimische Personal der Expedition
ununterbrochen zu Kulturkontakten und gegenseitigen Lernprozessen zwischen
den Teilnehmern führte. Dabei wird die Spannung zwischen diesen unersetzlichen
Mittelsmännern als realen und eigenständig agierenden Personen in interkulturellen
Begegnungen mit den Brüdern in Asien und zugleich ihrer Rolle als Forschungsobjekte
für das anthropologische Programm der Schlagintweits thematisiert – eine Spannung, die zentrale wissenschaftsgeschichtliche Fragen zu der Subjekt-Objekt-Beziehung bei der europäischen Weltaneignung berührt. Der Beitrag schließt mit Betrachtungen über die umfangreichen Sammlungen der Expedition, und wie deren Entstehungs- und Erwerbsgeschichte ein neues Verständnis des Phänomens ‚Entdeckungsreise’ liefern kann.
Indien und Zentralasien in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu weiterführenden Reflexionen
über die Rolle und sichtbare Präsenz von indigenen Cultural Brokers
(oder vielmehr deren häufiger Abwesenheit) in einer der führenden Wissensinstitutionen
des 21. Jahrhunderts: der des öffentlichen Museums. Anhand der Reisen der
Brüder Schlagintweit im Dienste der East India Company und anderen Sponsoren
wird zunächst die umfangreiche Anwerbung ausländischer wissenschaftlicher Expertise
in das britische Empire in Südasien untersucht und der Blick auf die hieraus
entstehenden Konflikte gerichtet. Des Weiteren erforscht der Beitrag das gruppendynamisch
komplexe Innenleben der Expeditionsgruppe im Feld, wobei die eminente
Bedeutung indigener Partner, Übersetzer, Händler und Wegführer für die
Realisierung dieser Forschungsreise herausgearbeitet wird. Es wird gezeigt, wie das
heterogene und zudem ständig wechselnde einheimische Personal der Expedition
ununterbrochen zu Kulturkontakten und gegenseitigen Lernprozessen zwischen
den Teilnehmern führte. Dabei wird die Spannung zwischen diesen unersetzlichen
Mittelsmännern als realen und eigenständig agierenden Personen in interkulturellen
Begegnungen mit den Brüdern in Asien und zugleich ihrer Rolle als Forschungsobjekte
für das anthropologische Programm der Schlagintweits thematisiert – eine Spannung, die zentrale wissenschaftsgeschichtliche Fragen zu der Subjekt-Objekt-Beziehung bei der europäischen Weltaneignung berührt. Der Beitrag schließt mit Betrachtungen über die umfangreichen Sammlungen der Expedition, und wie deren Entstehungs- und Erwerbsgeschichte ein neues Verständnis des Phänomens ‚Entdeckungsreise’ liefern kann.
Date Issued
2018-05-16
Publication Type
Book Section
Language(s)
de
Additional Credits
Publisher
Harrassowitz Verlag
ISSN
1436-6371
ISBN
978-3-447-11036-5
Access(Rights)
restricted